Feinjustierung erforderlich

Volleyball | Männer 2 OL

Nach der Vorankündigung eines epochalen Systemwechsels im Leistungsvolleyball wartet nun die gesamte Volleyballszene verständlicherweise ungeduldig auf eben diesen Nachbericht. Vorab: unsere These hat sich bestätigt; es ist jedoch noch etwas Feintuning notwendig, was dann doch zu einer 0:3-Niederlage (27:29, 21:25, 18:25) führte. Zündete unsere Idee anfangs noch voll durch, zeigten sich am Satzende auch vereinzelte Schwächen, die es nun bis zum kommenden Samstag gegen Oberaden auszumerzen gilt.

Doch fangen wir vorne an: nachdem wir uns im neu geschaffenen Refugium der Casa Wirausky nochmal besinnen durften, traten wir die Reise ins schöne Lünen an. Die Überlegenheit des neuen Systems im Hinterkopf beschränkten wir uns auf eine ressourcenschonende Aufwärmeinheit, bevor es dann aufs Spielfeld ging. Wie erwartet zeigten sich die Gastgeber durchweg beeindruckt von unserer genialen Simplizität. Durch den angekündigten Verzicht auf Zuspieler, Diagonalangreifer und Libero wurden unnötig verkomplizierende Faktoren ausgeräumt, was eine schnelle 5-Punkte-Führung zur Folge hatte. Dennoch konnten wir uns angesichts der verzweifelten Gesichtsausdrücke der freundlichen Gastgeber nicht durchringen, einen der 5 Satzbälle zu verwandeln und verteilten das erste Gastgeschenk.

Satz 2 stellte sich ähnlich überzeugend dar, jedenfalls bis zum 18:13. Hatten wir den Tisch beim Griechen doch erst um 20:00 Uhr gebucht, entschlossen wir uns kurzerhand, den finalen Dolchstoß noch etwas zu verzögern und stattdessen 12 der folgenden 13 letzten Ballwechsel gönnerhaft der „bösen Seite“ des Spielberichtsbogens gutzuschreiben.

Zu guter Letzt zeigten sich dann die Fehler des Systems in der Form, dass wir das KISS-Prinzip (nochmal: keep it simple, stupid) nicht konsequent genug durchgesetzt oder gar übermäßig verkompliziert haben. So kam es durch die unnötige Durcheinandermischung von Außenblockern und Mittelangreifern dann doch zu Konkurrenzen, die ein erfolgreiches Abschließen der Generalprobe verhindert haben. Welche Position nun im kommenden Spiel der Vereinfachung halber weichen wird muss nun die genaue Auswertung insbesondere der Endphasen ergeben. Andererseits sind auch bereits in den eigenen Reihen Stimmen zu vernehmen, die das noch junge System an sich grundsätzlich in Frage stellen und sich im BTB-Sinne (Back zu basics) für eine Rückkehr zu den alten, verstaubten Volleyballstrukturen stark machen wollen. Zumindest würde dieses dem zu erwartenden Außenangreifermangel entgegenwirken, was sicherlich auch einen gewissen Charme hätte.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass wir dem Lünener Volleyballer an sich nicht die Schuld für unsere Niederlage anmaßen möchten. Es ist sicherlich unschön, für derartige Experimente herhalten zu müssen… aber so funktioniert Veränderung nun mal und wir hoffen, dass ihr uns nicht allzu böse seid J Wir geloben Besserung im Rückspiel.

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